Körperzweifel bei Mädchen – Warum Vergleiche so weh tun | Interview mit Johanna | Teil 1
Shownotes
Viele Mädchen vergleichen sich jeden Tag mit anderen.
Mit Mitschülerinnen. Mit Bildern auf Instagram. Mit unrealistischen Schönheitsidealen.
Johanna kennt dieses Gefühl sehr gut.
Heute ist sie Personal Trainerin und Content Creator (Instagram: @FIT-MIT-JOHANNA) aber als Teenager hat sie sich lange nicht wohl in ihrem Körper gefühlt. Sie dachte oft: „Ich bin nicht hübsch genug. Nicht sportlich genug. Nicht genug.“
In diesem Gespräch erzählt Johanna ehrlich,
– wie sehr Kommentare von außen das eigene Körperbild beeinflussen können
– warum Vergleiche mit anderen so schnell entstehen
– welche Rolle Social Media dabei spielt
– und warum ein anderer Blick auf den eigenen Körper möglich ist.
Eine Folge für alle Mädchen, die sich manchmal fragen, ob sie „richtig“ sind – so wie sie sind.
Der zweite Teil des Gesprächs erscheint nächste Woche Sonntag.
Transkript anzeigen
00:00:00: Speaker 1: Herzlich willkommen zu Girls only Quatschen, zuhören, Verstehen. Heute spreche ich mit Johanna und sie sitzt gerade nicht neben mir, sondern mehrere tausend Kilometer entfernt in Kapstadt. Johanna ist Personal Trainerin und Content Creator. Auf Instagram sieht man eine starke sportliche Frau, unterwegs in der Welt. Frei, selbstbewusst und strahlend. Ja, aber das ist nur ein Teil der Geschichte. Heute sprechen wir nicht über Workouts oder perfekte Bilder. Wir sprechen darüber, wie es sich anfühlt, im eigenen Körper unsicher zu sein, sich zu vergleichen, sich nicht genug zu fühlen und darüber, was sich verändern kann, wenn man aufhört, gegen sich selbst zu kämpfen. Also wenn du manchmal durch Instagram scrollst und denkst warum wirken alle viel schöner als ich? Dann bleibt jetzt hier unbedingt dran. Diese Folge ist für dich. Ja, liebe Johanna, ich freue mich sehr, dass ich dich zu einem Interview gewinnen konnte. Und du hast ja sofort Ja gesagt. Darf ich fragen, warum? Und magst du dich vielleicht einmal genauer vorstellen?
00:01:12: Speaker 2: Also erst mal warum? Weil ich es so ein wichtiges Thema finde. Weil ich das auch immer wieder merke, wie verunsichert Mädchen, auch Frauen bis ins späte Alter sind. Mit sich selbst in Bezug auf sich selbst. Weil wir uns einfach leider viel zu sehr vergleichen mit so unrealistischen Bildern. Ja, und ich ich die Story kenne, weil ich einfach selbst am eigenen Leib erfahren habe. Zu mir Tja, ich bin Fitnesscoach für Frauen. Ich helfe Frauen dabei, sich in ihrem eigenen Körper wieder wohl zu fühlen. Und mein Hintergrund ist es eben nicht, dieses ich weiß jetzt wieder ein hundert Prozent oder ich. Ich bin jetzt wieder perfekt, so wie ich bin zu erzeugen, sondern vielmehr, was mir viel wichtiger ist, dass die Frauen lernen, sich selbst zu lieben und als einen Akt der Selbstliebe natürlich eine gesunde Ernährung und sportliche Routine zu integrieren. Aber nicht aufgrund von aufgrund von Selbsthass, sondern aufgrund von Selbstliebe. Dass wir einen gesunden Zugang dazu gewinnen, etwas Gutes für uns und unseren Körper zu tun. Ja.
00:02:29: Speaker 1: Okay. Jetzt. Ja. Spielt sich oder dreht sich. Ja, der Podcast um Mädchen im Alter zwischen dreizehn und siebzehn Jahren. Wenn du heute ja so an dich denkst, in diesem Alter, wie hast du dich damals in deinem Körper gefühlt?
00:02:47: Speaker 2: Das ist eine übelst schöne Frage, weil das eine nicht so schöne Zeit für mich war. Ich würde meinen, ich habe mich als graues Entlein selbst gesehen in der Schulzeit. Ich war nie unglaublich übergewichtig, nie unglaublich untergewichtig. Ich war eigentlich immer normal. Sagen wir es mal so, ne? Aber durch äußere Einflüsse, durch Kommentare, durch entsprechende Sichtweisen auch, die ich durch die Kommentare von außen erlangt habe, habe ich mich einfach nicht wohlgefühlt. Ich habe gedacht, ich bin irgendwie falsch. Ich bin vielleicht nicht hübsch genug, ich bin nicht sportlich genug. Ich bin nicht, ich bin nicht genug. Das war meine. Das waren meine Gedanken damals.
00:03:35: Speaker 1: Okay, gab es so bestimmte Momente, wo du gesagt hast, das könnte so ein ganz großer Auslöser gewesen sein, dass du dich nicht so gut in deinem Körper gefühlt hast. Also waren es andere Mädchen? Waren es andere Jungs? War es vielleicht die Familie, die da vielleicht eine Rolle mitgespielt hat.
00:03:58: Speaker 2: Also mehrere Faktoren. Ein wichtiger Faktor war die Schule. In der Schule war ich immer das Mädchen, was nicht von den Jungs gewollt war. Also gefühlt waren alle Mädels, also alle hübschen Mädels, immer mit irgendjemandem zusammen und ich nicht. Und dann habe ich immer gedacht Wollen die mich nicht? Bin ich nicht genug? Bin ich nicht hübsch genug? Bin ich nicht schlank genug? Whatever. Na und? Andererseits gab es bei mir auch einen familiären Hintergrund. Ich will nicht Judgen oder so was überhaupt nicht. Meine Familie wollte immer nur das Beste für mich. Ich weiß. Dennoch haben solche Aussagen aus meinem familiären Hintergrund wie. Willst du nicht mal aufhören mit Essen? Du wirst langsam dick. Oder So viele Süßigkeiten tun dir nicht gut. Das hat mich echt hart getriggert und krass geformt. Vor allen Dingen in dieser Zeit, wo ich dann immer gedacht habe warum soll ich aufhören mit Essen? Ich bin zu dick, weil meine Mama das sagt. Und ja, das war nicht so schön.
00:05:06: Speaker 1: Okay. Also wurde bei euch zu Hause auch viel über Körpergewicht und Aussehen gesprochen?
00:05:11: Speaker 2: Ja, wir haben uns zum Beispiel jeden Sonntag auch immer gewogen. Jeden Sonntag alle zusammen. Das war jetzt nicht so das Krasseste für mich, dass ich dann immer gedacht habe Oh Gott, oh Gott, oh Gott. Sondern das war halt so normal bei uns in der Familie, dass wir, ich sage mal, diesen körperlichen Fokus schon vor allen Dingen von von meiner Mama von der Seite sehr priorisiert haben. Gesundheit, Fitness, aber auch dünn sein. Nicht einfach gesund und fit sein, sondern dünn sein, schlank sein.
00:05:45: Speaker 1: Und haben Medien damals schon eine Rolle bei dir gespielt?
00:05:50: Speaker 2: Ja, ja, was ganz Wichtiges. Germany's Next Topmodel. Ich wollte immer für diese Show zehn Kilo abnehmen. Ich wollte dort mitmachen. Spannender Hintergrund Ich wollte dort mitmachen, damit ich wiederum mehr Anerkennung von meinen Schulleuten in der Schule habe, Damit die denken Wow, Johanna ist so schön, dass sie sogar bei Germany's Next Topmodel mitmachen kann. Und dann dachte ich immer, ich muss dafür zehn Kilo abnehmen, zehn Kilo. Und ich habe damals fünf Kilo weniger gewogen, als ich jetzt gewogen habe. Und jetzt fühle ich mich so wohl wie lange nicht mehr.
00:06:26: Speaker 1: Krass.
00:06:28: Speaker 2: Ja.
00:06:28: Speaker 1: Hast du auch an irgendwelchen anderen Contests mitgemacht? Oder war es jetzt erst mal nur der Gedanke an Germany's Next Topmodel.
00:06:36: Speaker 2: Hauptsächlich Germany's Next Topmodel?
00:06:39: Speaker 1: Okay.
00:06:40: Speaker 2: Und ich weiß noch, wie ich dann mir auch High Heels gekauft habe und wie ich immer vor dem Spiegel Laufen geübt habe wie diese Models. Also ja, das war schon so ein großes, so ein großer Traum damals von mir Model zu sein, um damit die Bestätigung zu bekommen, dass ich schön genug bin.
00:07:02: Speaker 1: Okay.
00:07:03: Speaker 2: Ja.
00:07:04: Speaker 1: Und gab es dann so einen bestimmten Moment oder ein Prozess, in dem sich dein Blick auf deinen Körper verändert hat?
00:07:11: Speaker 2: Ja, ein ganz langer Prozess, nämlich die Beschäftigung mit meiner eigenen Persönlichkeit. Als ich angefangen habe, Persönlichkeitsentwicklungsbücher zu lesen. Also, das geht. Ich weiß gar nicht von von wo bis wohin das geht, aber zum Beispiel auch Podcast von Laura Malina Seiler zu hören. Das ist ja so die Koryphäe im Mindsetbereich oder Lars Amend oder Ich habe so viele Bücher. Also ich habe den Zugang vor allen Dingen über Bücher lesen entwickelt. Dass das die Tatsache, so wie ich bin, gut genug ist, unabhängig davon, ob ich fünf Kilo weniger wiege, zehn Kilo mehr wiege. Es ist scheißegal. Das, worum es geht, ist die Person, die ich unter der Haut darunter bin. Und das habe ich aber damals nie so gesehen als Teenie.
00:08:01: Speaker 1: Okay. Und was würdest du sagen in Jahren? Wie lange dieser Prozess für dich gebraucht hat, um zu deinem Körper zu. Ja, ich sage jetzt mal vielleicht zurückzufinden.
00:08:13: Speaker 2: Also wenn ich ehrlich bin, hat das schon eine Zeit lang gebraucht. Ich würde. Also ich würde schon so meinen zehn Jahre. Ja.
00:08:22: Speaker 1: Und gibt es heute noch Tage, an denen, ich sage jetzt mal so alte Gedanken aufkommen von früher.
00:08:30: Speaker 2: Hatte ich gestern erst. Nur noch super selten. Solche Gedanken kommen super selten, aber gestern zum Beispiel war es so Wir waren auf so einer Party und auf Partys ist es ja normal, dass sich alle super hübsch machen, ne? Und dann habe ich kurz kurz mal gedacht Mensch, die sehen alle so hübsch aus, während ich denn hier rum. Obwohl es, glaube ich, gar nicht so schlimm ist, wie ich rumgelaufen bin. Aber da merke ich auch gleich wieder. Auch in Vorbereitung auf unseren Podcast habe ich dann gleich wieder reflektiert. Johanna, sag mal, warum redest du so mit dir? Du bist doch schön so wie du bist und gut so wie du bist. Du brauchst dich gar nicht vergleichen. Aber ja, diese Denkweisen. Klar, die haben ja mehrere Jahre in meiner Kindheit und in meiner Jugend geprägt. Und die dann halt mit einem Mal wegzuschnipsen. Das. Da dürfen wir alle geduldig mit uns sein.
00:09:27: Speaker 1: Was würdest du denn aus heutiger Sicht deinem vierzehn oder fünfzehn jährigen Ich mitteilen? Hm.
00:09:34: Speaker 2: Ganz viel. Aber vor allen Dingen der Satz Du bist gut so, wie du bist. Du bist gut so wie du bist. Wenn du Bock auf fünf Mal in der Woche Nudeln hast, gönn dir. Wenn du Lust auf eine Tafel Schokolade hast, Genießt sie, aber genießt sie bewusst und Stoff sie nicht rein. Wenn du Bock auf Bewegung hast, leg dich. Wenn du Bock auf chillen hast, dann chill. Das ist glaube ich, das, was ich der vierzehn jährigen Honey Honey ist mein Spitzname mitgeben würde. Und ich würde sie ganz fest umarmen. Jedes Mal, wenn sie sagt Ich bin nicht genug. Aber die ist schöner, aber die ist dünner. Ich weiß noch, ich habe früher immer meine Beine verglichen mit anderen Mädchen. Ich habe immer bei anderen Frauen und Mädchen auf die Beine geguckt und habe immer geguckt, ob die dünner sind als meine. Und dann habe ich mich immer schlecht gefühlt, wenn ich so stämmige Beine aus meinen Augen im Vergleich zu den anderen hatte. Jetzt würde ich ja nie in der Position sagen selbst wenn das drei Zentimeter mehr Umfang sind, ist es nicht schlimm. Du bist doch trotzdem ein ganz wundervolles Mädchen.
00:10:45: Speaker 1: Das sind wirklich schöne Worte und das würdest du quasi auch den Mädchen so mitgeben, die jetzt hier diese Podcastfolge hören oder uns sehen.
00:10:54: Speaker 2: Ein hundert Prozent. Ich weiß, es ist immer leichter gesagt, aber jedes einzelne Mädchen ist gut so wie es ist. Ob mit kleines bisschen mehr Gewicht, kleines bisschen weniger Gewicht. Die Zahl auf der Waage ist nicht das, was du im Kern bist.
00:11:13: Speaker 1: Ja, jetzt bist du ja heute selbst Content Creator. Die Zeiten haben sich ja auch so ein bisschen verändert. Es ist ja sehr, sehr viel, was in Social Media abläuft, was auch von den jungen Mädchen gesehen wird. Spürst du eine Verantwortung als Creator gegenüber den jungen Mädchen? Und wenn ja, wie gehst du damit um?
00:11:34: Speaker 2: Also erst mal ja ein hundert Prozent. Ich versuche, bestmöglich authentisch zu sein. Ich sehe das bei ganz vielen anderen, dass viele immer nur das schöne heile Leben und die schönen Seiten Bright Side of Life zeigen. Meine Aufgabe an mich ist, dass es echt, dass ich echt bin. Und das zeige ich nicht nur in meinem Wesen, sondern eben also vor allen Dingen eben auch bei Social Media. Das bedeutet, ich zeige, wenn ich schwitze, ich zeige, wenn ich bis zum Schluss kämpfe beim Krafttraining, wie hässlich mein Gesichtsausdruck da ist. Ich zeige im Hintergrund die Wäsche, ich zeige sowas alles, was Normalität ist oder wenn ich mal gerade unvorteilhaft mich filme Mir scheißegal, weil ich weiß das Real life. Und ich versuche auch nach und nach mehr Scheiß Tage den Leuten zu zeigen, dass sie dazugehören. Mädchen zu zeigen, Frauen zu zeigen, dass das dazugehört. Momente, in denen wir doch noch strugglen. Momente, in denen wir uns dennoch vergleichen. Momente, in denen das Leben scheinbar nicht gerade Friede, Freude, Eierkuchen ist. Dass so was alles dazugehört. Weil nur so können wir die schönen Momente erst erkennen und wertschätzen, wenn wir schlechte Momente, das schlechte Leben durchleben. Nur dann ist auch das schöne Leben für uns überhaupt spürbar. Ohne die Dunkelheit würden wir die Helligkeit nicht sehen. Ohne die Dunkelheit könnten wir die Sterne nicht sehen. Und so ist es auch mit Social Media. Ich persönlich finde es unfassbar wichtig, das zu zeigen. Und das tue ich auch. Natürlich will ich jetzt nicht und das ist das, was ich nicht zeige. Will ich jetzt nicht hier Social Media vollheulen und meine schlechten schlechten Tage bis ins kleinste Detail auseinandernehmen und sagen, dass ich Angst habe zu, zu zu scheitern. Dass das mit Social Media nicht klappt, dass meine Selbstständigkeit nicht klappt, whatever. Das teile ich auch nicht, weil das meine Struggle in meinem Kopf sind. Und ich möchte ja nicht wie wie bei so einer Freundschaft. Ich möchte ja nicht meiner Freundin die ganze Zeit immer meckern, meckern, rumheulen, rumheulen. Das will ich ja nicht. Ich möchte ja mit Social Media Ideen und Gedanken mitgeben, um eben Frauen zu motivieren, um in ihre Kraft zu kommen. Um Mädchen zu motivieren, um in ihre Kraft zu kommen und für sich aktiv loszugehen. Aber diese negativen Gedanken, das ist zum Beispiel ein Teil, den ich nicht teile. Und ja, diese negativen Gedanken sind durchaus oft auch noch präsent. Ängste, Zweifel, das gehört dazu. Das teile ich nicht. Oft nicht.
00:14:22: Speaker 1: Ich könnte mir vorstellen, dass einige Mädels hier mit dabei sind, die gerade ihren Körper ablehnen. Was ist ein erster kleiner Schritt zurück zu sich selbst? Was würdest du aus deiner Sicht sagen? Oder was möchtest du den Mädchen mitgeben, die ihren Körper ablehnen?
00:14:41: Speaker 2: Also das Allerwichtigste ist sind nicht die Handlungen, Sondern deine Denkweise. Der allererste Gedanke, den ich dir mitgebe, wenn du gerade zuhörst, schreib dir es auf. Groß mit Lippenstift an den Spiegel oder irgendwo, wo du es immer siehst. Ich bin genug. Punkt. Dieser Satz hat mir unglaublich geholfen. Und du bist genug. Egal, was deine Eltern sagen. Du bist genug. Egal, was deine Mitschüler sagen. Du bist genug. Egal, was deine Freunde sagen. By the way, wenn deine Freunde was anderes sagen, such dir neue Freunde. Weil das ist definitiv nicht die Lösung. Wenn wir in einem Umfeld sind, was uns nicht gut tut. Dort auch zu bleiben. Das ist der wichtigste Grundgedanke, die Grundbasis, um dann Handlungen zu tätigen. Also zum Beispiel aktiv zu werden, routiniertes Essen zu integrieren, Frühstück, Mittagessen am Pool, essen, nichts auslassen. Nicht das Frühstück erst zu Mittag zu essen und dann abends nur eine Scheibe Brot. Das ist nicht gesund. Der Körper, der braucht Nährstoffe. Und ich merke das auch bei meiner kleinen Schwester, dass sie da schnell in diese Schiene rutscht. Okay, ich muss wenig essen, ich muss wenig essen, damit ich dünn bin. Aber das ist wirklich der größte, größte Bullshit und der größte Fehler. Und welche Mahlzeiten zu integrieren, Das ist so der erste Tipp. Frühstück, Mittagessen, Abendbrot, essen und da auf Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette setzen. Aber das ist jetzt so ein spezifisches Thema. Aber das ist der erste Schritt zurück zu sich selbst. Oder der zweite Schritt.
00:16:21: Speaker 1: Das ist ja auch so ein bisschen Schwerpunkt deiner Arbeit, dass du die Frauen begleitest und auch aufklärst bezüglich des Zykluses. Die Ernährungsweise in den Zyklusphasen. Kannst du vielleicht dazu mal was sagen?
00:16:37: Speaker 2: Ja, also erstmal, ich bin keine Zyklusexpertin. Ein paar Gedanken, die ich dazu habe, Folgendes, und zwar der weibliche Zyklus ist wie die vier Jahreszeiten. Das heißt, wenn du in deiner periodischen Phase bist, dann bist du quasi im Winter. Das heißt, du fühlst dich müde, erschöpft, willst am liebsten die ganze Zeit nur kuscheln und Ruhe und Netflix and chill und Heißhunger nach süßen Chips. Was fettigen Heißhunger und das Verlangen nach fettigen Essen ist ein Warnsignal deines Körpers, dass er zu wenig Nährstoffe über Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette und über den Tag verteilt bekommt. Und vor allen Dingen während der Periode braucht der Körper. Aufgrund dieses Prozesses deiner Periode braucht er zwei hundert bis drei hundert Kalorien mehr. Das heißt, gerade deshalb haben Frauen während der Periode oft noch mal Heißhunger Mehr, weil, wenn sie schon wenig essen und dann noch mal weniger während der. Also wirkt sich das halt noch mal mehr auf die Periode aus und deshalb entstehen diese Heißhungeranfälle. Ja, das heißt, die Lösung ist es, ein bisschen mehr zu essen, nicht ein bisschen mehr Schokolade oder McDonald's, sondern also ist auch mal in Ordnung. Gehört halt dazu. Aber ordentliche Mahlzeiten, ein kleines bisschen mehr Reis, ein kleines bisschen mehr Hähnchen, ein kleines bisschen mehr Olivenöl oder so was. Ordentliche Nährstoffe. Dann nach dem, nach dem Winter kommt der kommt der Frühling. Das heißt, wir tauen ein bisschen auf, haben wieder ein kleines bisschen mehr Energie, fühlen uns auch langsam wohler in unserer Haut. Ja, wenn wir im Winter sind, betrachten wir uns auch selbst. Teilweise aus den kritischsten Blickwinkeln, die es nur gibt und reden. Wir reden so blöd und böse teilweise mit uns, wo wir denken dann eine Woche später ja okay, so schlimm ist das jetzt auch nicht. Also es gibt auch einen Zusammenhang zwischen der Zyklusphase und wie wir selbst über uns denken. Ja, im Frühling tauchen wir mehr auf, kommen mehr raus, haben wieder Lust, auf ein bisschen was zu unternehmen. Dann kommt der Sommer. Alles ist wunderschön. Wir fühlen uns sexy, selbstbewusst, haben Lust, was zu unternehmen, haben Kraft fürs Training, Motivation, neue Dinge anzugehen und sind voller Tatendrang. Dann kommt wieder der Herbst, eine Woche vor der Periode. Das heißt, wir werden wieder ein bisschen ruhiger, haben wieder ein kleines bisschen weniger Energie haben, vielleicht auch teilweise Stimmungsschwankungen, die dann in dieser Phase auch mit auftreten können. Und wir denken vielleicht wieder ein kleines bisschen negativer über uns. Und dann kommt wieder der Winter usw. Also auch wochenweise passt es auch teilweise sehr gut zu unserem Denkweisen, zu unseren Empfindungen, zu unseren Tatendrang eben auch.
00:19:32: Speaker 1: Also würdest du auch, sage ich jetzt mal, so weit gehen. Also nicht nur der Körper dann wirklich reagiert, sondern auch diese Gefühlslage. Also dass sich Mädchen plötzlich sage ich jetzt mal zwei, drei Tage später deutlich schlechter an ihrem Körper fühlen.
00:19:46: Speaker 2: Ja, das hängt mit unseren Hormonen zusammen. Absolut. Und unsere Hormone können wir auch durch unsere Ernährung beeinflussen. Das ist crazy. Also, was ist da? Die Ernährung? Die Ernährung sind siebzig Prozent. Ich wollte es früher als Kind auch nie oder als Teenie nie wahrhaben. Ich dachte immer, ich muss einfach nur viel Sport machen. Aber derweil es die Ernährung. Der Schlüssel zum Erfolg siebzig Prozent fünf und siebzig Prozent macht Ernährung aus zwanzig fünf und zwanzig maximal dreißig Prozent macht Training und Sport aus und Aktivität im Alltag natürlich auch Spazierengehen, Schritte sammeln, sowas, ne.
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